Februarbild 2012

Musikanten aus Rosternitz , Archivfoto ca. 1925

Ein Fest ohne Musik war in den Dörfern der ehemaligen Sprachinsel undenkbar. In den Wintermonaten war mehr Zeit zum Üben als in den Sommermonaten, in denen die Bauern sehr viel arbeiten mußten. Die Musikkapellen waren aber immer dabei - gleich ob Ostern, Pfingsten, Kirchweih, Fronleichnam oder Hochzeiten - um jedes Fest musikalisch zu umrahmen.

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Informations- und Begegnungszentrum der Gemeinschaft Wischauer Sprachinsel in Fachsenfeld

Aalen, unsere Patenstadt, stellte unserer Gemeinschaft in der Alten Schule in Aalen-Fachsenfeld zwei Klassenzimmer zur Verfügung. Die im Jahre 1980 installierte Wischauer Ausstellung im Alten Rathaus der Stadt Aalen war nicht mehr zeitgemäß und außerdem wurden die Räumlichkeiten anderweitig benötigt. Wir packten nach der Zusage der Stadt fest an und haben in vielen vielen ehrenamtlichen Stunden etwas Bleibendes für die Zukunft geschaffen - einen Mittelpunkt für alle Wischauer im In- und Ausland. Das Informations- und Begegnungszentrum soll an die Kriegsjahre erinnern und eine Mahnung für die junge Generation sein; es soll aber genau so ein Ort lebendiger Brauchtumspflege und der Gemeinschaft sein. „Die Tische von einst sind weg, die kleinen Stühlchen auch. Das alte Schulgebäude der Reinhard-von-Koenig-Schule in Fachsenfeld hat einen neuen Auftrag: „Völkerverständigung“ (Schwäpo)

Am 11. Dezember fand die offizielle Eröffnung und Einweihung statt. Rosina Reim, Vorsitzende, bedankte sich sehr herzlich bei der Stadt Aalen für die zuverlässige Patenschaft. „In unserer modernen und schnellen Gesellschaft rückt die Bedeutung eines Ortes wie diesen gerade jetzt in den Mittelpunkt für unsere Erinnerungsgeschichte. In unseren Räumen haben in Zukunft viele Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, an der wachgehaltenen Heimatkultur- und -geschichte teilzunehmen und mit uns eine längst vergangene Welt zu entdecken.

Die Wichtigkeit dieses zentralen Ortes stellt Reim in drei Punkten heraus:
1. Für uns ist  die Erinnerung wichtig, denn wie sagte schon der deutsche Schriftsteller Jean Paul: „Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“. Unsere zusammengeführten Objekte und heimatlichen Gegenstände helfen,  die Erinnerung an unsere Sprachinsel wach zu halten. Hier finden alle Besucher stets einen Ort, eine Geschichte oder einen Menschen irgendwo aus ihrer Nähe - sei es die Nähe der Sprachinselmenschen oder die Nähe der Menschen, die heute bei, mit oder unter uns leben.
2. In Fachsenfeld haben wir Platz, um alle gesammelten Objekte und  Unterlagen zentral zu lagern. Es kann jederzeit und in vielen Richtungen Auskunft über die Sprachinsel gegeben werden, über das Leben der Menschen, ihre Geschichte, Ihre Tracht und die Vertreibung. Wir werden auch in Zukunft die Geschichte der ehemaligen deutschen  Sprachinsel bei Wischau durch die neuen Medien in die Welt hinaus tragen, um möglichst viele Menschen zu informieren.
3. Der Einsatz für Frieden, Freiheit und Verständigung zwischen den Völkern auf der Grundlage der Wahrheit und Gerechtigkeit soll auch weiterhin unser erklärtes Ziel bleiben. Wir Wischauer engagieren uns und kämpfen mit bescheidenen Mitteln, weit weg von der großen Politik, für unser genanntes Ziel, denn viele kleine Schritte ergeben schließlich auch ein großes Ganzes. Was 1945/1946 geschah,  darf oder vielmehr sollte nie mehr passieren.

Zur Eröffnung konnten sich die Besucher, die sich mit uns für oben genanntes Ziel identifizieren, in ein vorbereitetes Band eintragen. Am Schluss des Festes zählten wir 8 m Unterschriften für Frieden, Freiheit und Verständigung.

Als „Patenonkel“ der Wischauer betonte der Oberbürgermeister der Stadt Aalen, Martin Gerlach, in seinem Grußwort, dass das Zentrum eines der „dunkelsten Kapitels Europas“ nicht in Vergessenheit geraten lasse. An den Wischauern schätze er die Art, wie sie sich für Völkerverständigung und Versöhnung einsetzen. Er ging nochmals auf die gemeinsame Reise in die Sprachinsel im Jahre 2010 ein und gab seiner Freude Ausdruck, welche Herzlichkeit ihm in den Dörfern der ehemaligen Sprachinsel entgegen gebracht wurde und wie er die Arbeit seiner „Wischauer Patenkinder“ in ihrer ehemaligen Heimat schätze.
Die Türe der Schule stehe weit offen, erklärte Rektorin Ute Hajszan. Hier im Zentrum könnten die Kinder etwas erfahren über Tradition, Rituale, Werte und Heimatverbundenheit der Wischauer. Diese Zusammenarbeit ist ein weiterer guter und positiver Gedanke dieses Zentrums.
Das alte Schulhaus, freute sich Ortsvorsteher Jürgen Opferkuch, Fachsenfeld, sei die richtige Lösung gewesen für diese „Herberge“ und den Ort der Begegnungen.
Unser Ehrenvorsitzender, Josef Legner, blickte zurück in die Jahre der Vertreibung – danach sei Aalen und Umgebung Zentrum und Heimat für 970 Wischauer aus der ehemaligen Sprachinsel bei Wischau in Mähren geworden. Die Integration ist im Laufe von Jahren gut gelungen und bei der Eröffnungsfeier konnten sich viele „Einheimische“ an die „neuen Bürger von damals“ erinnern. Negatives war nicht zu hören.
Nach dem Wischauer Lied „Heimat ist nicht nur ein Land“ wurden die neuen Räume vom katholischen Pfarrer Hans-Dieter Retzbach und dem evangelischen Pfarrer Wolfgang Gokenbach eingeweiht. „Segne dieses Haus, das neue Heim der Wischauer Sprachinselgemeinschaft, behüte und beschütze alle, die hier ein- und ausgehen. Lass es wirklich zu einem Ort, zu einer Insel der Geborgenheit und Heimat werden, wo sich alle wohlfühlen und zu Hause wissen dürfen ….“

Bei der gut besuchten Eröffnungsfeier wurden die Besucher mittels 20 großen  Fototafeln in der Aula der Reinhard-von-Koenig-Schule über die Sprachinsel informiert. Eine maßstabgerechte Nachbildung eines Bauernhauses und ein typischer originalgetreuer„Sölder“ (Vorbau eines Sprachinselhauses) als Raumteiler in einem der Wischauer Räume lassen sofort erkennen, wo man sich befindet.  Neben den neuen Einrichtungsgegenständen wurde auch das gut sortierte und perfekt eingerichtete Depot vorgestellt. Die vielen Trachtenstücke sind fein säuberlich sortiert, in säurefreies Papier eingewickelt und in einer 8,5 m breiten und 3,00 m hohen Schrankwand deponiert. Eine Gefriertruhe sorgt dafür, dass alle neuen Stücke zuerst schockgefroren werden, um Ungeziefer fern zu halten. Vier Alben mit „1000 Sterbenachweisen aus der Sprachinsel,  Sammlungen über Stoffmuster und Stoff-Bänder, Muster von Archivierungen alter Dokumente und Presseordner“ gaben dem Besucher Einblick in die laufenden  Arbeiten.
Die kleine, neu angelegte Bibliothek konnte ebenfalls besichtigt werden. Sie finden hier u.a. alte Chroniken der ehemaligen Sprachinseldörfer, sudetendeutsche Geschichte und Bücher, die aus der ehemaligen Bibliothek in Gundrum, eines der acht Sprachinseldörfer, stammen. Diese sollten im Jahre 1945 verbrannt werden und lagen bereits auf einem Haufen, doch eine deutsche Dorfbewohnerin hat die Bücher gerettet und aufbewahrt. Im Jahre 2011 wurden sie an Rosina Reim übergeben mit der Maßgabe, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In unserer Präsenzbibliothek sind u.a. viele alte Gebetbücher ab dem Jahre 1809 ausgestellt. Ausleihen können zurzeit noch nicht vorgenommen werden, weil die gesamten Bücher und Chroniken noch archiviert werden müssen. Das „gute Geschirr“ konnte in einer Glasvitrine besichtigt werden.

Wir Wischauer freuen uns über dieses neue Zentrum sehr und würden uns auch über Besuche und Interessenten freuen. Melden Sie sich und kommen Sie zu uns, wir stellen Ihnen unseren Wischauer Mittelpunkt gerne vor. Rosina Reim

www.aaleninfo.de/dez11/31/wischauer.htm

www.aaleninfo.de/dez11/24/wischauer_rede.htm

https://www.schwaebische.de/.../stadtnachrichten-aalen_artikel,-Wisc...

Impressionen von der Ausstellungseröffnung

Fotos Anneliese Kästl, Izzed Urtimur

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17. Wischauer Seminar vom 19. bis 20. November 2011

Mittlerweile ist es ja schon für viele eine lieb gewordene Tradition, am Wochenende vor dem ersten  Advent zum alljährlichen Wischauer Seminar zu kommen. Auch dieses Jahr haben sich wieder über 40 Seminarfreunde angemeldet und sind aus Württemberg und Bayern angereist – dieses Mal allerdings nicht nach Kollbach sondern nach Puchheim bei München. Geändert hat sich allerdings nur die Räumlichkeit, nicht aber der bewährte Ablauf des Seminars. Nachdem alle gut angekommen sind und die Übernachtungsgäste ihre Zimmer bezogen haben, war noch Gelegenheit ein Mittagessen einzunehmen, bevor dann um 14.00 Uhr mit dem Programm begonnen wurde.

Den Auftakt machten Rosina und Willi Reim mit Ihrem „Bericht von der Reise in die Sprachinsel mit dem OB unserer Patenstadt Aalen“ (ausführlicher Bericht in WHB 6 2010). Im Anschluss daran zeigte Matthäus Wittek „Neues von der Kutscherauer Kirchenrenovierung, Altes und Interessantes aus der Geschichte“. Im Zuge der Kirchenrenovierung hat Herr Wittek viele Fotos gemacht und so konnten wir den ursprünglichen Zustand, den Baufortschritt und schließlich das Ergebnis der gelungenen Restaurierung bestens nachvollziehen. Vor der Kaffeepause kam dann noch ein Beitrag von Willi Reim. Bei einem Aufenthalt in der Heimat hat er zusammen mit Rosina den Ursprung der Bogda gesucht (und auch gefunden). In langen Spaziergängen sind sie dann dem Lauf der Bogda gefolgt und haben fotografisch festgehalten, wie sich dieser „Heimatfluss“ verändert. Das kleine Rinnsal vom Anfang fließt später durch wildromantische Flußauen oder wird zu Seen aufgestaut. Und wenn Sie – liebe Leser das nächste Mal in Wischau und Umgebung sind, machen Sie doch auch einen Spaziergang in dieser schönen und ursprünglich gebliebenen Landschaft. Nach der Kaffepause, die Dank unserer vielen freiwilligen Bäckerinnen wieder sehr lecker war, hat uns Hannes Kriwy in einem kurzen Vortrag über „Krach und Aberglaube“ informiert. Josef Legner hat anschließend von der „Gründung der Feuerwehren“ erzählt und dabei neben vielen interessanten Details und netten Anekdoten schöne und zum Teil noch unbekannte Fotos aus dem Leben der Feuerwehren gezeigt. Zum Abschluss zeigten wir dann einen Film, den ein tschechisches Filmteam (Axel TV) über das Leben der Familie Legner (Rosternitz 32) gedreht hat. An Originalschauplätzen erzählt Rosina Reim aus Ihrer Familiengeschichte – abgerundet wird die Erzählung dann immer wieder mit fiktiven Rückblenden. Der Film war zwar noch nicht in deutsch synchronisiert, nachdem er aber bei einem tschechischen Filmfestival den 2. Preis erlangt hat, haben wir ihn in der Originalfassung beim Seminar sozusagen „uraufgeführt“. Damit war das offizielle Programm des ersten Tages beendet und nach dem Abendessen gingen wir zum gemütlichen Teil über: zu erzählen gibt es ja immer viel und – nachdem abends noch ein Musiker zur Unterhaltung kam – wurde auch gemeinsam gesungen.

Der nächste Tag begann nach dem Frühstück mit einer kurzen Morgenandacht, sehr schön vorbereitet und gelesen von Anneliese Kästl. Nach diesem besinnlichen Teil kam der Hauptvortrag des Sonntags: der Referent Thomas Janschek hat bereits bei den letzten Seminaren Vorträge gehalten und hat es stets geschafft, alle in seinen Bann zu ziehen. Egal ob er über Bäume, Bräuche oder sonstiges spricht … immer überträgt sich seine Begeisterung auch auf die Zuhörer und alle genießen diese „Märchenstunde“ für Erwachsene. Das diesjährige Thema war „Allerlei Gewürz für Leib, Lieb und Leben“ und Thomas Janschek entführte uns in die Geschichte der Gewürze, erzählte uns, wie die exotischen Gewürze den Weg zu uns gefunden haben und wofür man sie einsetzt. Als letzten Programmpunkt wurde dann noch der Film vom diesjährigen Wischauer Treffen gezeigt, der von der schönen Messe über die Reden bis hin zum spektakulären „Kunstsägen“ von Guntram Prochaska alles noch einmal zusammengefasst wurde.

Wie immer war während des ganzen Seminars auch wieder unser Basar aufgebaut, auf dem von handgebundenen Adventskränzen über selbstgemachte Marmelade bis hin zu verschiedenen weihnachtlichen Dekorationsartikeln alles zu finden ist. Vielen Dank an Christine Legner, die Organisatorin des Basars und alle, die ihn durch Basteln und Handarbeiten mit bestückt haben. Zum Schluss möchte ich mich bei ALLEN bedanken, die zum Gelingen des Seminars beigetragen haben und hoffe, dass wir auch im kommenden Jahr wieder ein interessantes, spannendes und gut besuchtes Seminar abhalten können. MOR

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Tag der Heimat in Wasseralfingen

 

Trachten der Heimat - Das Kleid der öffentlichen Brauchtumspflege
Im Sudetendeutschen Haus in München war im Monat August die Ausstellung „Trachten der Heimat“ zu sehen. Die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Frau Dr. Finger, stellte mehrere Originaltrachten und Fotografien von Trachtenensembles aus Böhmen und Mähren vor. Die Zielsetzung der Ausstellung war, dass sich die sudetendeutschen Trachten einer ungebrochenen Wertschätzung in allen Altersklassen der Landsleute erfreuen und einen nicht wegzudenkenden Teil der gegenwärtigen Brauchtumspflege darstellen, so Dr. Finger. Sie erklärte weiter  in diesem Zusammenhang zur Bedeutung und Aktualität der Trachten der Sudetendeutschen: „Die Tracht, wie sie heute getragen und gepflegt wird, ist ein bewusstes Bekenntnis zur überlieferten kulturellen Identität und kein Selbstzweck. Sie ist das Kleid der öffentlichen Brauchtumspflege. Sie braucht Gemeinschaft. Je aktiver die Gemeinschaft ist, um so „lebendiger“ ist die Weiterentwicklung. Tracht ist Ausdruck von Kleidungskunst!“ Anders als die modische Kleidung, die dem Diktat des Marktes und den finanziellen Zwängen der Textilindustrie unterworfen und daher kurzlebig sei, bekunde die Tracht den Willen, wertbeständig zu sein. Schon damit falle sie aus dem Rahmen des Üblichen heraus. Sie materialisiere Ansprüche auf hohe Qualität und auf landschaftlich-historisch entstandene Vorstellung von Schönheit. „Tracht ist mehr als individuelle Stilisierung durch Kleidung. Sie ist ein Zeichen von freiwilliger Verbundenheit zu einer bestimmten Gruppe, die für Kontinuität und Kulturpflege  steht“, so Dr. Finger. Sudd.Zeitung
Wir haben diese Ausstellung mitgestaltet und haben wieder einmal festgestellt, dass unsere Wischauer Tracht die einzige unter den sudetendeutschen Trachten ist, welche bis heute auf dem Stand von 1945 stehen geblieben ist. Wir tragen sie noch genau so wie unsere Vorfahren und legen auch ganz besonderen Wert darauf, dass an unserer Tracht nichts verändert wird. Den Neuerungen haben wir uns aber trotzdem  nicht verschlossen und tragen immer dann ein bequemes Dirndl (man könnte auch erneuerte Tracht dazu sagen) mit Details der Originaltracht, wenn es um das Thema Wischau geht oder wenn wir als Gruppe etwas gemeinsam unternehmen. RR

Fotos Herbert Pietschmann

 

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Fachsenfeld und seine Freunde

Am 9. und 10. Juli 2011 feierte die Gemeinde Fachsenfeld ihr Dorffest unter dem Motto „Fachsenfeld und seine Freunde“. Nach dem wir unser neues Domizil in der Alten Schule bereits bezogen haben, wurden auch wir zu diesem Fest eingeladen. Die Festivitäten begannen für uns mit einer Einladung an unseren Vorstand zu einem Empfang im Schlosspark. Zusammen mit einer ungarischen Gruppe aus Tatabanya zeigten wir uns in unseren Vereinstrachten. Die Gemeindevertreter von Fachsenfeld, die Schulleitung der Reinhard-von-König-Schule sowie unsere beiden „Patenonkel“, OB Martin Gerlach und Alt-OB Ulrich Pfeifle begrüßten uns sehr herzlich. Bei guten Gesprächen im herrlich blühenden Schlosspark und strahlendem Sonnenschein war dies ein perfekter Auftakt für das beginnende Fest. Beim abendlichen Auftritt mit Musik und Gesang präsentierten wir uns in unseren Originaltrachten. Neben den altbewährten Tänzen und zwei Liedern von Burgl und Hardl stellte Christine unsere Gruppe vor. Eine kurze Beschreibung der Trachten rundete unser Programm ab und es war festzustellen, dass die Besucher unserer Aufführung aufmerksam zuhörten. Wir präsentierten uns ein drittes Mal am Sonntagvormittag beim Gottesdienst auf dem Dorfplatz. Die Frauen trugen zum Kirchgang die hohe Festtagstracht mit den Brautentüchern, und bestimmt ist es uns damit gelungen, die Fachsenfelder auf unser neues Wischauer Zentrum aufmerksam zu machen.

Fotos Uschi Schmiedt / Anneliese Kästl

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Trachten bringen neue Farbtupfer auf die Insel Mainau

Viele bunte Trachten gab es beim 1. Internationalen Bodensee-Trachtentag auf der Insel Mainau zu sehen. Ganz besondere Farbtupfer brachten rund 2500 aktive Trachtenträger auf die Insel Mainau. Mit ihren farbenprächtigen Trachten bildeten sie eine passende Ergänzung zur aktuellen Blütenpracht auf der Blumeninsel. Genau 80 Gruppen aus Österreich, der Schweiz sowie Bayern und Baden-Württemberg nahmen am 1. Internationalen Bodensee-Trachtentag auf der Insel Mainau teil. Nach dem ökumenischen Gottesdienst mit dem evangelischen Pfarrer Christof Ellsiepen im Schlosshof eröffnete Mainau-Geschäftsführerin Gräfin Bettina Bernadotte den Trachtentag. Sie war in der traditionellen schwedischen Tracht in den Farben gelb und blau gekleidet.
Ein Umzug, der die Trachtenträger rund um die halbe Insel führte, hatte den Auftakt des bunten Reigens gebildet. Im Schlosshof löste sich der Zug auf. Wegen der sommerlichen Hitze waren die wenigen Schattenplätze dort sehr begehrt. In seiner Begrüßungsrede äußerte sich Gottfried Rohrer, Vorsitzender des veranstaltenden Landesverbandes der Heimat- und Trachtenverbände Baden-Württemberg, noch begeistert über den herrlichen Sonnenschein. Am Nachmittag störte allerdings Regen das Freiluft-Vorführprogramm mit Volkstänzen, Schuhplattlern, Gedichtvorträgen und Konzerten. Wegen einer Gewitterwarnung musste das Programm unterbrochen werden. Zwar war in der Ferne heftiges Donnergrollen zu vernehmen, aber ein Unwetter über der Blumeninsel blieb aus. Die Pflege der traditionellen Trachten sei ein lebendiges Beispiel dafür, was aus einer anderen Zeit in die Gegenwart übertragen wurde, erklärte Rohrer, „eine bis heute bewährte Kleiderordnung“, ergänzte er. „Es ist wichtig, dass die Trachtenträger ihr Hobby in der Öffentlichkeit präsentieren, in das sie viel Begeisterung und Arbeit stecken“, betonte der Vorsitzende. Diese Kleidung müsse getragen werden, um die Erinnerung daran lebendig zu erhalten. Ins Museum gehörten nur Originale, deren Erhalt sonst gefährdet wäre, so Rohrer. www.bodenseeferien.de
Für uns Wischauer Teilnehmer war es ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Wir waren mit unserer Originaltracht überall dabei und fanden viele begeisterte Zuschauer, die sich für unsere Herkunft interessierten. Unser Auftritt vor dem Schmetterlingshaus fand noch bei herrlichem Sonnenschein statt. Der schnelle Regen war aber mit uns gnädig, er prasselte erst auf uns hernieder, als wir die Originaltracht bereits verstaut hatten. Fazit dieses Festes ist, dass wir immer wieder sehr erstaunt sind, dass uns und unsere Tracht viele Menschen noch nicht kennen. Wir geben jederzeit bereitwillig über dies und das Auskunft und freuen uns zum Ende jeden Festes, dass wir unsere Geschichte wieder mal allen interessierten Menschen näher bringen konnten.  RR

 
 

Foto Uschi Schmiedt

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Grüezi und Salü   Bericht von der Reise in die Schweiz vom 12. – 15.05.2011

Vorgeschichte: Dank des Internets rückt die Welt immer näher zusammen und manche Information oder mancher Kontakt, den man früher nur schwer bekommen hätte, findet sich nun leichter. So haben auch die in der Schweiz lebenden Erich Drabek (Vater aus Kutscherau) und sein Neffe Alain Vulliamy über unsere Wischauer Homepage den ersten Kontakt geknüpft. Letztes Jahr besuchten sie dann kurz entschlossen unser Heimattreffen und haben dort die Gemeinschaft und die Tracht in Natura erlebt, sowie viele Gespräche und Eindrücke mitgenommen. Beide Herren haben bereits in Aalen betont, dass sie uns auch in ihrer neuen Heimat – der Schweiz – gerne begrüßen würden. Und so kam es, dass wir  dieses Jahr in die französischsprachige Schweiz fuhren.

1. Reisetag  -  12. Mai Für die ersten Teilnehmer startete der Bus bereits um halb sechs Uhr am Morgen in Neunheim. Über Aalen ging es dann weiter nach München und gegen 09.00 Uhr war unsere Reisegruppe komplett. Die Fahrt führte uns über den Bodensee – Zürich – Bern bis nach Oulens in der Französischen Schweiz. Leider war das Wetter an diesem ersten Reisetag nicht besonders schön - dunkle Wolken und Regenschauer begleiteten uns fast die ganze Zeit. Dennoch verging die Fahrt sehr schnell und als wir uns am Spätnachmittag unserem Ziel näherten waren alle voller Vorfreude. An der Autobahnraststätte in Bavois erwarteten uns bereits die beiden Organisatoren dieser Reise Erwin Drabek und Alain Vulliamy. Die beiden lotsten uns zum Bauernhof „Verger du Talent“, den Alain und seine Familie bewirtschaften. Sie betreiben dort Obstanbau und haben sich darauf spezialisiert, alte Obstsorten anzubauen und zu vermarkten. Nach einer kurzen Führung durch einen kleinen Teil des Obstgartens wurden wir von der Familie Vulliamy zu einer Brotzeit eingeladen. In der schön gedeckten Scheue warteten herzhafte Wurstplatten, Brot und Hefeteiggebäck auf uns. Dazu gab es Apfelsaft aus eigener Herstellung, Schweizer Bier oder einheimischen Rotwein. Wir bedankten uns für die Einladung und die Mühen mit kleinen Gastgeschenken. Nach diesem herzlichen Empfang machten wir uns nach einiger Zeit auf den Weg zu unserer Unterkunft. Die Spannung wuchs bei allen. Wir wussten zwar, dass wir in Tipis untergebracht waren, aber so ganz genau konnte sich doch keiner vorstellen, was uns da erwarten würde. Bald entdeckten wir am Horizont 3 Tipis inmitten Natur pur. Zum Bauernhof „Ferme Aventure“ gehören außer drei  großen Tipis jede Menge Tiere. Hasen, Ziegen und Lamas waren für die nächsten 3 Tage unsere Nachbarn. Unser neues Zuhause war bald eingerichtet; 17 Personen übernachteten im Tipi, 3 Personen wählten die romantischere Variante, das Schlafen im Stroh! Das Abendessen für alle drei Tage wurde von der Frau des Hauses selbst zubereitet und es schmeckte jedem anders, doch immer ausgezeichnet. Sie verwendete für die Zubereitung fast ausschließlich Zutaten aus eigener Herstellung. Neben unseren Tipis gab es eine Feuerstelle und nachdem es schon seit einigen Stunden nicht mehr regnete, haben unsere „Naturburschen“ ein Feuer entfacht und die ganze Gruppe hat sich ums Lagerfeuer versammelt. Für einige war es eine ganz neue Erfahrung, nachts – mitten in der Natur – um ein Feuer zu sitzen, andere konnten ihre Jugenderinnerungen wieder auffrischen, und Dank unseres unermüdlichen Musikers Hardl hatten wir sogar musikalische Begleitung. Erst spät konnten wir uns von diesem schönen Abend lösen und krochen müde aber voller schöner, neuer Eindrücke in unsere Schlafsäcke .... und  freuten uns auf den nächsten Tag. (Monika Reim)

2. Reisetag - 13. Mai Nach einer kühlen Nacht und etwas wenig Schlaf freuten sich doch alle Teilnehmer wieder auf ein gutes Frühstück im Aufenthaltsraum. Die selbstgebackenen Brote, Wurstspezialitäten und Marmeladen schmeckten ausgezeichnet und ein guter landestypischer Käse rundete das ganze Frühstück gut ab.
Um 8.30 Uhr startete der  Bus Richtung Lausanne zum Genfer See und  nach Chillon zur Besichtigung des Schlosses. Das Chateau wurde auf einer Felseninsel erbaut. Der Keller mit gotischem Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert, in nacktem Fels gehauener Lagerraum für Lebensmittel, das Gefängnis mit Folterraum und der Wehrgang mit wundervoller Aussicht waren für uns ein Erlebnis besonderer Art. Die Krypta im ersten Hof, der Speisesaal und die Aula Nova (Prunksaal des Kastlans) im zweiten Stock besitzen herrliche Wandmalereien. Im dritten Stock befinden sich noch viele gut ausgestattete Schlaf- und Gästezimmer, jedes mit offenem Kamin und Dienstbotengängen verbunden, ebenso der Wappensaal  und der Berner Saal mit wundervoller Holztäfelung, in dem die Damen des savoyischen Herrscherhauses untergebracht waren. Die Fahrt ging weiter nach Martign zu einer schmackhaften Busbrotzeit. Als Verdauungsspaziergang schlenderte man vorbei an dem mit lebenden Exemplaren ausgestatteten Museum  für die berühmten Bernhardiner-Rettungshunde  zu einem römischen Amphitheater, auf dessen Sitzplätzen wir die Sonne genießen konnten. Die nächste Station war Broc mit der Besichtigung der Schokoladenfabrik Chailler. Die automatisierte Reise der Kakaobohne von den Azteken bis zu den heute von  Robotern und Fließbändern verarbeiteten Schokolade war sehr interessant und amüsant und die Kostproben der wundervollen Kreationen schmeckten himmlisch. Schokolade macht glücklich, so hieß es und wir probierten und probierten, auch wenn auch hie und da der Magen etwas zwickte. Die nächste Station war ein Aussichtspunkt hoch oben in den Bergen mit atemberaubendem Panoramablick. Wir dachten dabei manchmal an den Heimatfilm „Heidi, deine Welt sind die Berge... „  und sangen dazu fröhliche Lieder. Bis spät in die Nacht hinein wurde wieder am Lagerfeuer gesungen und erzählt. Erwin Drabek war nicht nur am Tag ein perfekter Reiseführer, sondern auch am Lagerfeuer ein guter Erzähler. Er verbrachte alle Abende und Nächte mit uns vor und in den Tipi-Zelten.  (Ute Soutschek)

3.  Reisetag  -  14. Mai Ausgeschlafen und gut gelaunt machten wir uns auch an diesen Tag bei starker Bewölkung wieder auf den Weg. Unsere erste Station war der Thermalkurort Yverdon-les-Bains. Der Ort kann auf eine 6000jährige Geschichte zurückblicken. Schon die Römer schätzten die Heilkraft der schwefel- und magnesiumhaltigen Quellen.
Weiter ging es durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet zum Städtchen Romainmôtier. Die dortige Abteikirche gilt als eines der ältesten Gebäude der Schweiz im romanischen Stil. Die Kirche wurde ungefähr zwischen 990 und 1030 nach den Plänen der Kirche von Cluny und auf den Ruinen eines Klosters aus dem 5. und 7. Jahrhundert erbaut. Das dazugehörige Kloster wurde während der Reformation zerstört. Im Mittelalter befand sich Romainmôtier an einem der Pilgerwege nach Santiago de Compostella. Um vornehme Gäste wie Aristokraten und hohe Würdenträger der Kirche empfangen zu können wurden palastartige Bauten errichtet. Aus dieser Zeit stammt das „Haus des Priors“, das bei der Abteikirche steht und wahrscheinlich das letzte dieser Bauten ist. Tief beeindruckt von der Wuchtigkeit der romanischen Kirche fuhren wir weiter, vorbei an der Ortschaft Vaulion zum Lac de Joux zu den interessanten Tropfsteinhöhlen „Grottes de Vallorbe“, die während Jahrhunderten von Jahren vom Flüsschen Orbe ausgehöhlt wurden. Auf dem sehr gut ausgebauten, drei Kilometer langen Weg boten sich immer wieder Tropfsteinformationen an, die uns in Erstaunen versetzten. Am Ende des Weges erreichten wir die wilden Fluten der Orbe, die hier mit ohrenbetäubenden Lärm untertage fließt. Abschließend besichtigten wir noch den „Feenschatz“,  eine Sammlung von 250 Mineralien. Auf der Rückfahrt legten wir noch einen Zwischenhalt bei Alain und seiner Familie ein. Wir nutzten die Gelegenheit, um im Hofladen die selbstvermarkteten Produkte, wie Äpfel, Kartoffel, Schnäpse, Liköre oder Marmeladen einzukaufen. Rosina Reim bedankte sich nochmals für die Gastfreundschaft. Am letzten Abend wurden wir von den Hausherren noch zu einem kleinen Empfang eingeladen. Er bot wiederum seine Spezialitäten an und reichte dazu guten französischen Wein. Die frische Landluft, das Landleben und die gute Versorgung waren verantwortlich, dass eine tolle Stimmung herrschte. Trotz Regen haben wir den Abend eines ereignisreichen und schönen Tages noch am Lagerfeuer ausklingen lassen. (Anneliese Kästl)

4. Reisetag  -  15. Mai Der Sonntag früh begann zeitig. Der Kuckuck im nahen Wäldchen rief laut und beständig wie ein Wecker, und so hielt es keinen mehr in seinem Schlafsack. Einpacken, frühstücken und Verabschieden  waren angesagt. Die Herbergseltern und unser lieber Begleiter Erwin, winkten uns nach, als der Bus genau um 8 Uhr unsere Herberge „Ferm Aventure“ verließ.
Vorbei an Yverdon und am Lac de Neuchatel fuhren wir durch das Berner Oberland in Richtung Bodensee. Mit dem schnellen, neuen Bus der Firma Köppel und dem sicheren Fahrer Klaus erreichten wir bereits gegen  16 Uhr das erste Ziel in München. Die Weiterfahrt nach Aalen war ebenfalls schnell und problemlos und bereits am frühen Abend waren alle Reisenden gesund und wohlbehalten wieder zu Hause. Diese erlebnisreichen Tage im Indianerzelt und am Lagerfeuer werden uns sicher immer im bester Erinnerung bleiben. (Christine Legner)

Impressionen von der Schweiz-Reise vom 12. – 15.05.2011

Tipis

Fotos Claudia Schmiedt und Willi Reim